Wie aus einem Bild ein Roman wurde

Im Frühjahr 2014 kam ich von einem längeren Auslandsaufenthalt zurück nach Berlin. Ich hatte u.a. wieder eine Zeitlang in Indonesien verbracht, was mir zur zweiten Heimat wurde. Schon seit einiger Zeit schrieb ich an einem privaten Blog, doch das reichte mir irgendwann nicht mehr. Ich beschloß, die Schreiberei professioneller anzugehen und meldete mich zu einem Online-Kurs „Kreatives Schreiben“ an, nicht ahnend, dass dies mein Leben verändern würde!

Hartnäckige Protagonistin

Die Kursleiterin legte uns als Scheibübung Fotos von Geschwisterpärchen vor. Eines davon sprang mir gleich ins Auge und sofort entstand in meinem Kopf eine deutsch-indonesische Familie, auch die Namen hatte ich parat: Herlina und Faomasi begleiteten mich fortan mehr, als mir lieb war.
Besonders Herlina drängte mich dazu, weiterzuschreiben. Anfangs folgte ich nur ab und zu ihrem Ruf, doch sie ließ nicht mehr locker und so saß ich bald fast jedes Wochenende abends zu Hause und versenkte mich in meiner Traumwelt. Ich war zu der Zeit beruflich sehr eingespannt, deshalb kam ich nicht so schnell voran, wie Herlina sich dies wünschte. Also bewarb ich mich um eine Ausbildung zur Autorin, damit ich Herlinas Ansprüchen gerecht werden konnte. Dort half man mir, die Grundstruktur des nun allmählich immer sichtbarer werdenden Romans zu organisieren. Mittendrin zog ich aus beruflichen Gründen auf einen anderen Kontinent, was mir die Zeit verschaffte, mich ganz dem Roman widmen zu können. Nun saß ich in Nepal und schrieb an meinem Roman, der in Indonesien spielt. Dort beendete ich die Geschichte um Herlina und begann (ohne, dass ich dies vorher geplant hatte) gleich am nächsten Tag mit einer neuen, die nun in Nepal spielt.

Nicht aufgeben

In der Zwischenzeit ereilte mich mein persönlicher Tsunami, woraufhin alle Projekte liegen blieben. Doch selbst in der größten Trauer wollte Herlina nicht aufgeben und quengelte weiter, sie wollte in die Welt getragen werden. Also fokussierte ich alle Energie darauf, „Im Schatten der Welle“ doch noch zu veröffentlichen. Herlina gab mir keine Zeit, einen Verlag zu finden, da der Veröffentlichungstermin bereits feststand: zum 15. Jahrestag des verheerenden Tsunami in Südostasien, am 26. Dezember 2019, musste das Werk veröffentlicht sein. Ich gab das Manuskript einem Lektor, fand eine Designerin für das Cover und brachte den Roman im Self-publishing heraus.
Nun ist Herlina zufrieden, dass sie endlich gelesen wird und freut sich über die wunderbaren Reaktionen darauf. Siehst du, flüstert sie mir ins Ohr, hab‘ ich doch gewusst!
Ich war erleichtert, dass alles so gut lief und sie endlich Ruhe gab, doch jetzt habe ich den nächsten Floh im Ohr: meine neue Protagonistin Margo aus Nepal rüttelt an mir und will vollendet werden!
Die Entstehungsgeschichte des Romans wird auf dem Blog des Schreibwerk Berlin präsentiert. Herzlichen Dank an Hanne Landbeck, durch sie entdeckte ich die Quelle der Inspiration zum Roman. 

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